Unsere Liebe Frau

 

"Zusammenfassend kann ich sagen, daß die Geschichte der Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau in Oberhartheim in ihren Ursprüngen neu geschrieben werden muss." Das war die Quintessenz eines Vortrags, den der Kunsthistoriker Dr. Friedrich Fuchs von der Diözese Regensburg in Vohburg hielt.
Dr. Fuchs hatte die Kirche untersucht und die Ergebnisse dokumentiert. So ging man bislang bei der Oberhartheimer Kirche vom geschichtlich erwähnten Gründungsdatum 1421 aus. Laut Dr. Fuchs ist das aber wohl das Datum für den gotischen Erweiterungsbau. Eine spätromanische Kirche dürfte vermutlich schon rund 100 Jahre früher dort gestanden haben. Sie hatte einen Turm direkt über dem Altarraum und war wesentlich kleiner. Überreste des alten Turmbaus wurden beim Bau des neuen Turms wiederverwendet und können noch heute in den Mauern nachgewiesen werden.
Besonders ging Fuchs auf die im 17. Jahrhundert entstandene frühbarocke Einrichtung ein, ein Kleinod für die damals armselige Zeit nach dem 30-jährigen Krieg. Rund 200 Jahre älter als die Altäre ist die Gnadenmadonna im Hochaltar, vermutlich um 1492 entstanden. Für sie ist eine Restaurierung dringendst angesagt.
Eine fünfbändige Dokumentation seiner Ergebnisse steht jedem Interessenten im Pfarrbüro zur Verfügung.
2002 wurde die längst fällige Restauration der Orgel durchgeführt.